Warum Sie versickern sollten Die Forderungen nach ökologischen Oberflächen- entwässerungskonzepten für die Regenwasser- bewirtschaftung nehmen täglich zu. Bundesweit weisen die Landeswassergesetze sehr massiv auf die Möglichkeit der Regenwasserversickerung hin. Aus ökonomischer Sicht steht dabei die Reduzierung der Abwasserabgaben sowie die Reduzierung der Abwassermengen im Vordergrund.
Versickerung: ökologisch und ökonomisch sinnvoll Die Versickerung bietet sich vor allem in ländlich strukturierten Gebieten an, denn hier stellt die Abwasserentsorgung bei größeren Niederschlagsmengen aus ökonomischen und ökologischen Gründen häufig ein Problem dar. Bis zur nächsten Kläranlage sind meistens größere Entfernungen zu überwinden und Abwasserkanäle sind teuer, sie verschlingen zwischen 70 und 80% der Ausgaben für Abwasseranlagen.
Um eine gesicherte Abwasserableitung zu gewährleisten sind groß dimensionierte Misch- bzw. Regenwasserkanäle oder Speichervorrichtungen notwendig. Kann das Niederschlagswasser vor Ort versickert werden, muss nur das Schmutzwasser zur Kläranlage abgeleitet werden. Dadurch sind erhebliche Kosteneinsparungen im Bereich des Kanalbaus möglich.
Zudem reguliert die Versickerung den Grundwasser- spiegel, der durch die Urbanisierung und die dadurch steigende Versiegelung von Oberflächen ständig fällt.
Versickerung als Gestaltungselement Im innerstädtischen Bereich können durch die Integration von Linienentwässerungen und Mulden- oder Rückhaltebecken neue Maßstäbe in der Gestaltung von Grün- und Freiflächen erreicht werden.
Das ACO DRAIN® Leistungsangebot für den Planer Der Planer kann sich bei der Lösung seiner Entwässerungsprobleme von ACO Drain Passavant vielfältig unterstützen lassen. Der kostenlose anwendungstechnische Service, der hinter den innovativen ACO DRAIN® Produktsystemen steht, bietet mehr: von hydraulischen Leistungs- berechnungen, Stücklisten, Ausschreibungstexten und exakten Verlegeplänen bis zur persönlichen Beratung auf der Baustelle. Produktneutrale und hersteller- bezogene Ausschreibungsvorlagen zur AVA-Software sind über das HeinzeBauOffice zu beziehen.
Rechtliche Voraussetzungen Beim Planen und Errichten einer Versickerungsanlage müssen u. a. folgende wasserwirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen beachtet und erfüllt werden:
- Die Versickerungsanlage muss gemäß dem Arbeitsblatt A 138 der Abwassertechnischen Vereingung e. V. (ATV): Bau und Bemessung von Anlagen und zur dezentralen Versickerung von nicht schädlich verunreinigtem Niederschlagswasser von einer Fachfirma geplant und gebaut werden.
- Der zur Versickerung vorgesehene Untergrund muss durchlässig genug sein wie Kiese, Sande und schluffige Sande. Sofern keine ausreichenden Erkenntnisse über den jeweiligen Untergrund vorliegen, sollte ein(e) Fachgutachter(in) (Bodenmechaniker(in) oder Geologe(in) in jedem Fall ein Gutachten erstellen, das genaue Aussagen über die Versickerungsfähigkeit des Bodens und die vorhandenen Grundwasserstände macht.
- Die Sohle der jeweiligen Versickerungsanlage muss mindestens 1 m über dem höchsten Grundwasserstand liegen.
- In der Zone II eines geplanten oder festgesetzten Wasserschutzgebietes ist die gezielte Versickerung von Niederschlagswasser nicht zulässig. Über die Lage von Wasserschutz-
gebieten informieren die kommunalen Behörden für Wasser- und Abfallwirtschaft.
- Das Einleiten von Niederschlagswasser in vorhandene Brunnen ist ebenfalls unzulässig (Gefahr für das Grundwasser).
- Die Versickerungsanlage muss in einem ausreichenden Abstand zu Gebäuden errichtet werden, um Feuchtigkeitsschäden am Gebäude zu vermeiden.
- Die Versickerung des Regenwassers im Bereich von Gebäudedrainagen ist keine Niederschlags-
wasserversickerung, wenn das Regenwasser durch die Drainage einer öffentlichen Kanalisation zugeführt wird.
- Wird auf einen Regenwasseranschluss an die öffentliche Kanalisation völlig verzichtet, so ist in jedem Fall zu überlegen, wie das evtl. anfallende Wasser aus der Gebäudedrainange abgeleitet werden kann. Der Anschluss von Drainagen an Schmutz- und ggf. auch Mischwasserkanäle ist nicht zulässig.
- Das im Bereich von Hof- und Fahrzeugstell-
flächen anfallende Niederschlagswasser darf keiner verschlossenen Versickerungsanlage (Rigolen- oder Schachtversickerung) zugeführt werden. Im Regelfall ist für derartige Bereiche die Flächenversickerung des Regenwassers am geeignetsten.
- Gelangen wassergefährdende Stoffe (z.B. Farben, Kraftstoffe, Schmierstoffe usw.) in die Versickerungsanlage, muss unverzüglich die für die Region zuständige Wasserbehörde informiert werden.
- Der Betrieb der Versickerungsanlage darf Nachbargrundstücke nicht beeinträchtigen. Die Haftung für evtl. auftretende Schäden liegt beim Betreiber der Versickerungsanlage.
- Die Bestimmung der Entwässerungssatzung der jeweiligen Gemeinde müssen beachtet werden. Der Bau der Versickerungsanlage bedarf der Zustimmung der Gemeinde.
- Versickerungsanlagen im Bereich von Gewerbebetrieben bedürfen der Zustimmung der für die Region zuständigen Wasserbehörde.
- Die Bestimmungen der Entwässerungssatzung der jeweiligen Gemeinde müssen beachtet werden. Der Bau der Versickerungsanlage bedarf der Zustimmung der Gemeinde.
- Versickerungsanlagen im Bereich von Gewerbebetrieben bedürfen der Zustimmung der Gemeinde.
- Die Beseitigung des Niederschlagswassers unterliegt der Abwasserbeseitigungspflicht die nach Vorgabe des § 18 a Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes den nach Landesrecht zuständigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes obliegt.
- Die dezentrale Entwässerung durch den Nutzer oder Eigentümer ist im Regelfall eine erlaubnisfähige Gewässerbenutzung. Dabei gibt es landesspezifische Ausnahmereglungen von der Erlaubnispflicht, wobei zwischen der Einleitung in oberirdische Gewässer oder das Grundwasser unterschieden wird.
- Die Mehrzahl der Bundesländer fordert bereits unter der Vorraussetzung der Allgemeinwohl-
verträglichkeit von Gesetzes wegen eine dezentrale Entwässerung vom Grundstücks- inhaber. Einzelne Bundesländer weisen die Abwasserbeseitigungspflicht generell den Gemeinden zu, wobei die Wasserbehörde auf Antrag die Versickerung erlauben kann.
- Die Kommunen können für Neubauten nach
§ 9 Abs. 1 Nr. 14, 21 BauGB eine Versickerungspflicht an das Bauvorhaben koppeln.
- Neben der Prüfung der Erlaubnispflicht für die dezentrale Einleitung ist ebenfalls festzustellen, ob Anlagengenehmigungen nach Wasserrecht oder nach Bauordnungsrecht erforderlich sind.
Anlagen zur Versickerung von Regenwasser mit Produkten von ACO DRAIN® Für die Versickerung von nicht verunreinigtem Niederschlagswasser im Bereich von Wohngebieten stehen ihnen unterschiedliche Ausführungsvarianten zur Verfügung.
Die jeweilige Versickerungsart hängt in erster Linie von Größe und Lage des Grundstückes ab. Für eine sichere Versickerung bietet sich von Fall zu Fall sogar eine Kopplung verschiedener Systeme an. Allgemein ist für das Einleiten des Regenwassers in die jeweilige Versickerung eine möglichst oberflächennahe Führung des Wassers erforderlich.
Hierfür bietet ACO DRAIN® eine Reihe von Rinnen und Blocksystemen zur Linien- und Oberflächenentwässerung, die das anfallende Oberflächenwasser schnell aufnehmen und weiterleiten können. Gerade bei größeren und ausgedehnten Einzugsflächen (z.B. Wohngebiete) kann dies optimal mit ACO DRAIN® Linienentwässerungssystemen gewährleistet werden.
Flächenversickerung Bei diesem System versickert das anfallende Niederschlagswasser ohne ein gesondertes Entwässerungssystem fächerförmig durch unbefestigte, gewachsene Böden oder durchlässig befestigte Oberflächen.
Hierfür stehen die verschiedenen durchlässigen Materialien zur Verfügung, z.B Pflastersteine, Betongittersteine, Mineralbeton und Dränasphalt.
Das Verfahren der Flächenversickerung eignet sich sowohl für Parkwege, Sportanlagen, Hofflächen als auch Parkanlagen. Dafür ist in jedem Fall eine Entwässerungseinrichtung nach RAS-EW erforderlich. Geeignet sind Linienentwässerungssysteme wie z.B ACO DRAIN® PD 100 C.
Zur Unterstützung und Optimierung der Flächen- versickerung bieten sich unsere Rinnensysteme zur Linienentwässerung an. Sie können einfach und ohne hohen Kostenaufwand installiert werden. Die Rinnensysteme ermöglichen die Entlastung der Fläche zum Beispiel bei Schneeschmelze oder Dauerregen. Das überschüssige Wasser wird über die Rinne abgeführt. Dadurch wird ein schnelles Abtrocknen möglich. Durch einen zusätzlichen Anschluss kann das Wasser unproblematisch in eine Mulde oder Rigole geleitet werden. Für die Flächenversickerung eignen sich der Monoblock PD 100 C.
Die Vorteile
- Bei grasbewachsenen Flächen ist die Reinigungsleistung durch die obere Bodenschicht besonders gut.
- Auch bei unbewachsenen Flächen ermöglichen feinkörnige Deckschichten gute Reinigungsergebnisse.
- Ein weiterer großer Vorteil liegt in dem minimalen technischen Aufwand und der einfachen Wartung und Kontrolle der Anlagen.
- Geringer technischer Aufwand
Die Nachteile
- Geringe Speicherfähigkeit
- Großer Flächenbedarf
Muldenversickerung Bei diesem System handelt es sich um eine Variante der Oberflächenversickerung. Der Regenwasser- überschuss wird in der Mulde zwischengespeichert, wo er langsam abfließen kann. Die Muldenversickerung wird zumeist auf offenen, begrünten Flächen eingesetzt.
Die Mulden stellen lediglich Bodenvertiefungen dar und können als Element der Landschaftsgestaltung genutzt werden. Für den Bereich der Muldenversickerung bieten wir Ihnen Komplettsysteme zur Oberflächen- entwässerung an.
Neben den Rinnensystemen ACO DRAIN® Multiline V 100 - 300 und PD 100/200 C können Sie bei Flächen auf denen schwere Lasten bewegt werden das System S 100 K – S 300 K verwenden.
Wie bei den anderen Systemen ist die Rinne Sammlung und Zuleitung zugleich. Der Anschluss an die Mulde erfolgt über ein Rohrstück, das in die Stirnwand eingelassen wird. Diese führt das Wasser über einen befestigten Auslauf (z.B. Natursteinpflaster im Mörtel) dem Muldenraum zu.
Die Muldenversickerung eignet sich für die Seitenräume von Fuß- und Radwegen und kann bei Grundstücken mit wirtschaftlich ungenutzten Grünflächen eingesetzt werden.
Die Vorteile
- Das Verfahren weist eine sehr gute biologische Reinigungsleistung auf.
- Der technische Aufwand ist gering.
- Gute Wartungsmöglichkeiten.
Versickerungsmulden lassen sich auch als Feuchtbiotope in Trockenperioden oder als Spiel- und Liegewiesen nutzen.
Die Nachteile
- Missbrauch, z.B. Auffüllen mit Unrat oder Gartenabfällen in engen Siedlungsbereichen.
- Flächenbedarf 10% bis 20% der angeschlossenen Fläche
Rigolenversickerung Bei der Rigolenversickerung findet die Zwischenspeicherung des Niederschlagswassers unterirdisch statt. Unter Rigolen versteht man mit Kiespackungen gefüllte Gräben, in die das Regenwasser oberirdisch oder unterirdisch eingeleitet wird. Entsprechend der Versickerungsfähigkeit des umgebenden Erdreichs erfolgt eine verzögerte Abgabe des Wassers in den Untergrund.
Die Rigolenversickerung findet vor allen Dingen bei beengten Platzverhältnissen Anwendung. Zum Beispiel in Wohnstraßen im Anliegerbereich oder in Stichstraßen.
Über einen oberflächigen Einlauf wird das Wasser der unterirdischen Rigole zugeführt. Am Einlauf kann bereits ein Sinkkasten mit Filtersack angebracht werden, der stark verunreinigtes Wasser vor der Einleitung in die Rigole von Blättern, Ästen und groben Schmutzpartikeln reinigt.
Die Rohrrigole kann problemlos unter gepflasterten Wegen angebracht werden und ist mit der Muldenversickerung leicht kombinierbar.
Vorteile
- Schwer durchlässige obere Bodenschichten können umgangen werden, so kann eine Verbindung zu tieferliegenden, aufnahmefähigen Schichten hergestellt werden
- Anwendung erfordert einen geringen Flächenbedarf
- Gutes Rententionsvermögen
- Wenig eingeschränkte Nutzbarkeit der Oberfläche
Nachteile
- Geringe Reinigunsleistung
- Keine Wartungsmöglichkeiten
- Wasser muss frei von Schwebstoffen sein
Schachtversickerung Auch bei dieser Versickerungsart wir das Niederschlagswasser unterirdisch gespeichert. Die Zwischenspeicherung erfolgt dabei in einem Schacht, dessen Boden und Wände durchlässig sind. Dadurch gelangt das Regenwasser verzögert in den Untergrund. Zur Verbesserung der Sickerfähigkeit können auch mehrere Sickerschächte hintereinander angeordnet werden. Dadurch lassen sich problemlos größere, befestigte Flächen entwässern. Durch die so entstehende Sickergalerie wird eine erhöhte Betriebssicherheit ermöglicht.
Die Schachtversickerung bietet sich besonders bei eingeschränkten Platzverhältnissen an.
In Hofauffahrten kann z.B. das System Multiline® V 100 mit Einlaufkasten verwendet werden. Durch einen Filter wird das Wasser über einen Rohranschluss in den Sickerschacht geleitet.
Vorteile:
- Sehr geringer Flächenbedarf
- Gutes Rententionsvermögen
- Wenig eingeschränkte Nutzbarkeit der Oberfläche
Nachteile
- eingeschränkte Leistungsfähigkeit
- Grundwasserspiegel muss mindestens 1 m unter der Schachtsohle liegen
- keine Reinigungsleistung
- Geringe Wartungsmöglichkeiten
- Wasser muss frei von Schwebstoffen sein.
Beckenversickerung Bei größeren zusammenhängenden Flächen, wie es sie in Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten gibt, bietet sich die Beckenversickerung an. Bei diesem Verfahren wird der Niederschlag über ein Regenwassernetz einer zentralen Versickerung zugeführt.
Die oberflächennahe Erfassung kann dabei mit den unterschiedlichsten Linienentwässerungssystemen erfolgen. Je nach Bedarf können die Systeme PD 100/200 C und Multiline® V 100 - 300 eingesetzt werden.
Die Einleitung in das Becken erfolgt über Auslaufbauwerke oder Rohranschlüsse. Diese können naturnah gestaltet werden. Als bepflanzte Teichbiotope passen sie sich sehr gut in die Landschaft ein.
Die Vorteile
- Versickerung über eine biologisch aktive Bodenzone.
- Gute Rententionswirkung
- Geringe qualitative Anforderungen an das zu versickernde Wasser.
- Als Biotop in die Landschaft integrierbar.
- Gute Wartungsmöglichkeiten
Die Nachteile
- Bei gefülltem Becken evtl. Gefahr für spielende Kinder, gegebenenfalls Einfriedung erforderlich
- Selbstdichtung der Sohle bei unsachgemäßer Wartung
- erfordert gute Untergrundverhältnisse
Anwendungsbeispiele
|