ACO Tiefbau

Göhlerstraße, Oldenburg in Holstein

Innovative Abwasserbehandlung mit Straßenablaufsystem

Nicht nur extreme Wetterereignisse stellen heute besondere Anforderungen an die Planung und Bauausführung von Straßenentwässerungen. Auch die Gesetzgebung und die Vorgaben der Genehmigungsbehörden stellen immer höhere Ansprüche an die Einleitung von Oberflächenwasser in Gewässer. So müssen auch als „normal verschmutzt“ eingestufte Oberflächenwasser vor Einleitung in ein Gewässer in einem Regenklärbecken oder einer vergleichbaren Einrichtung gereinigt werden. Wo dies technisch nicht möglich ist, muss nach alternativen Lösungen gesucht werden. So geschehen in der Stadt Oldenburg in Holstein.

Die Sanierung der Abwasserleitungen in der Göhlerstraße, eine Ortsdurchfahrt im schleswig-holsteinischen Oldenburg, stellte die verantwortlichen und Planer vor eine große Aufgabe. War für den ersten Bauabschnitt beschlossen worden das Oberflächenwasser aus den Straßenflächen vor Einleitung in ein Gewässer in einem Regenklärbecken zu reinigen, gestaltete sich die Oberflächenwasserreinigung im zweiten Bauabschnitt erheblich schwieriger. Aufgrund der dichten Bebauung im Bereich des gesamten Abschnitts zwischen Schützenhof und Einmündung in das Gewerbegebiet Am Voßberg war die Errichtung von zwei notwendigen Regenklärbecken nicht möglich. Die Verlegung der erforderlichen Regenrückhalte- bzw. klärbecken unter die Straße stellte angesichts des geringen Raumangebotes durch vorhandene Versorgungsleitungen und der hohen Realisierungskosten keine echte Alternative dar. 
Auf der Suche nach einer wirtschaftlich akzeptablen Lösung wurde von den Kommunalen Diensten Oldenburg (KDO) Kontakt zur ACO Tiefbau Vertrieb GmbH in Büdelsdorf aufgenommen, bekannt als Hersteller innovativer Lösungen für die Straßenentwässerung. In konstruktiven Gesprächen zwischen der KDO, der Ingenieurgemeinschaft Heidt&Peters / Konrad planen plus und der ACO Tiefbau GmbH wurde eine Lösung gefunden, bei der die Rückhaltung der Schadstoffe aus dem Oberflächenwasser bereits im Straßenablauf erfolgt. Basis des Systems ist der Straßenablauf ACO Combipoint PP, der um einen Filtereinsatz zur Rückhaltung von Schadstoffen ergänzt wird. Entscheidend für die Zulassung des Systems in Oldenburg war neben der Wirksamkeit des Filters die wasserdichte Ausführung des Straßenablaufs. Denn die Abwasser-sammlung und -ableitung mit Hilfe von wasserdichten Systemen kann infiltrierendes und exfiltrierendes Abwasser vermeiden und damit einen überhöhten Fremdwasseranteil bzw. eine Boden- und Grundwasserverunreinigung ausschließen.

Baukastensystem ermöglicht vielfältigen Einsatz
Das Straßenablaufsystem ACO Combipoint PP zeichnet sich durch Flexibilität, Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit, das geringe Gewicht und die Wasserdichtigkeit aus. Ob Kurzform, Langform, Nassschlamm – die 35 cm hohen Elemente lassen sich zeitsparend und passgenau für jede örtliche Baugegebenheit zusammensetzen und bei Bedarf kürzen. Eine 360°-Drehung der Teile untereinander sowie eine Abwinklung des obersten Bauteils bis zu 8% zur Anpassung des Längs- und Quergefälles und eine flexible Höhenausrichtung von +/- 3 cm durch das Teleskopprinzip sind mit den Combipoint-Modulen realisierbar. Die Aufsätze Combipoint PP, die für die Klassen C 250 und D 400 geeignet sind, komplettieren das System.

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Der Verzicht auf die Mörtelfuge, die nachweisbar die Schwachstelle bei konventionellen Lösungen mit Betonteilen darstellt und zu kostspieligen Sanierungsmaßnahmen führen kann, macht das System so langlebig und sichert dauerhaft die Funktion des Straßenablaufs. Die Lastentkopplung der nach dem Baukastenprinzip entwickelten Ablaufkörper ist durch das Teleskopprinzip gewährleistet, das zwischen den Ablaufunterteilen wirksam wird. So werden eventuelle auftretende Setzungen im Verfüllbereich aufgefangen. Die Lastableitung erfolgt durch Lagerung des Aufsatzes auf einem Ortbeton-Bett. Bei dem modularen Straßenablauf wird eine Dichtigkeit des Systems bis 0,5 bar analog DIN 4060 durch die integrierten, verschiebesicheren Lippendichtungen aus EPDM gewährleistet. Die Dichtigkeit ist selbst bei einer Abwinklung der einzelnen Elemente von bis zu 8 % gegeben.

Im Gegensatz zu funktional vergleichbaren Betonteilen, die durchschnittlich 
70-80 kg wiegen, haben die aus hochfestem Kunststoff PP hergestellten Module nur ein Gewicht von ca. 2,6 kg. „Damit ist der Einbau wesentlich günstiger, denn wir können auf schweres Gerät verzichten und benötigen weniger Arbeitskräfte am Einbauort“ weiß Torsten Kraus, Geschäftsführer des ausführenden Unternehmens OTG zu berichten. Zufriedene Gesichter gab es dann natürlich bei der Ortsbegehung nach Abschluss aller Maßnahmen. Denn durch den Einbau der rd. 90 Straßenabläufe in Verbindung mit dem Filtereinsatz konnten nicht nur alle Anforderungen an die Einleitung des Oberflächenwassers erfüllt werden. Die Kosten reduzierten sich gegenüber der Variante mit Stahlbeton-Regenklärbecken um fast 50 Prozent. Mit der Entwicklung des neuen Straßenablaufs Combipoint PP hat ACO nicht nur ein weiteres Kettenglied in die Systemkette eingefügt. Vielmehr macht das Unternehmen deutlich, dass es die Entwässerung als ganzheitliche Herausforderung sieht, indem es allen Zielgruppen mit innovativen Ideen auf allen Feldern der Systemkette ökologische und ökonomische Lösungen bietet.

Informationen auf einen Blick

Objekt: Göhlerstraße, Oldenburg in Holstein

Bauherr: Kommunale Dienste Oldenburg (KDO), Oldenburg in Holstein

Planung: MaasKonrad planen plus, Ingenieurbüro für Bauwesen, Oldenburg i.H.

Bauunternehmen: OTG Baugesellschaft für Tief- und Rohrleitungsbau mbH, Oldenburg i.H.

Baujahr: 2012 - 2013

ACO Produkte: 90 St. ACO Straßenablauf Combipoint PP

Projektbetreuer ACO Tiefbau: Sven Bäsler

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