ACO Tiefbau

„Neuer Löschwasserspeicher für die Wehrtechnische Dienststelle Eckernförde ist Herzensprojekt“
Interview mit Francesco Vitale, Geschäftsführer ACO Bauelemente

Der Entwässerungsspezialist ACO aus Büdelsdorf hat einen neuen Löschwasser-speicher für die Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung in Eckernförde (WTD 71) umgesetzt. Gegründet wurde die WTD 71 im Jahre 1957.  Nach der Zusammenlegung verschiedener Erprobungs-stellen aus Schleswig-Holstein deckt die WTD 71 die gesamte Bandbreite maritimer Wehrtechnik in allen Phasen des Entstehungsganges von Wehrmaterial ab. 

Zu den gegenwärtigen Sanierungsmaßnahmen auf dem Gelände der WTD 71 zählt auch der Rückbau eines 1960 errichteten Labor- und Werkstattgebäudes. Auf Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde wurde in diesem Bereich der freigewordenen Fläche eine Löschwasserbevorratung zur Sicherstellung der Wasserversorgung errichtet. Im Brandfall stehen der Feuerwehr nun dank der unterirdischen Blockrigole sofort bis zu 200.000 Liter Löschwasser zur Verfügung. 

Für Francesco Vitale, Geschäftsführer ACO Bauelemente, ist das Projekt in seiner neuen Heimatstadt eine besondere Herzensangelegenheit; denn erst vor zwei Jahren ist er aus den Bergen der Schweiz in die idyllische Hafenstadt gezogen. Was genau das Besondere am Projekt und seiner neuen Heimat ist, hat er uns auf einem Spaziergang entlang des Eckernförder Hafens erzählt.

Welche Lösung hat ACO beim Bau des Löschwasserspeichers gewählt?

Francesco Vitale: Zum Einsatz kamen ACO Stormbrixx Rigolen, die in diesem Fall zu einem großen Blockspeicher zusammengesetzt wurden. Die einzelnen Grundelemente aus Kunststoff wurden in einem Stecksystem im Blockverband verlegt – das erinnert ein bisschen an Lego-Steine. Nachdem der gesamte Speicher zusammengesetzt war,wurde er mit einer Abdichtungsbahn aus Kunststoff umhüllt und verschweißt,zusätzlich wurde ein schützendes Geotextil um den Tank gelegt. In Eckernförde wurden in drei Schichten 510 Stormbrixx-Elemente auf einer Grundfläche von 20 x 6 Metern verbaut. Zusätzlich haben wir auch einen Betonschacht für das Pumpensystem geliefert.

Warum hat der Bauherr sich für ACO Stormbrixx entschieden?

Francesco Vitale: Der modulare Aufbau des Systems war in diesem Fall der klare Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Betonbecken. Ein einzelnes Element wiegt nur 10 Kilogramm und kann schnell und leicht per Hand bewegt werden. Ein Betonbecken wird zwar auch in einzelnen Segmenten angeliefert, aber es ist immer ein Kran und schweres Gerät notwendig für den Einbau, was sich natürlich in den Kosten widerspiegelt. Die Stormbrixx-Elemente werden außerdem ineinandergestapelt auf Paletten zur Baustelle gebracht. Das gestaltet den Transport einfacher, zusätzlich ist der Platzbedarf auf der Baustelle viel geringer. Der Betrieb auf dem Stützpunkt wurde also weniger beeinträchtigt.

Wie verliefen die Planungsphase und der Einbau?

Francesco Vitale: Eine Anlage mit solchen Dimensionen zu bemessen ist schon große Ingenieurskunst. Hier haben unser Anwendungstechniker Olaf Rojahn, unser Außendienstmitarbeiter Sven Bäsler und die Produktmanagerin Anja Sievers ganze Arbeit geleistet. Bei ACO haben wir den Vorteil, dass wir über viele Werkstoffe hinweg Kompetenz haben und dadurch auch gleich den Pumpenschacht aus Beton mit anbieten konnten. Zudem konnten wir alles aus einer Hand als komplette Lösung anbieten: von der Planung über die Betreuung vor Ort bis hin zum Verschweißen der Anlage, gemeinsam mit einem Dienstleister. 

Wie lange dauerte der Einbau des Löschwasserspeichers?

Francesco Vitale: An der Einbaustelle gibt es einen hohen Grundwasserstand, denn der Grund der Anlage liegt unterhalb des Ostseeniveaus. Damit der Löschwasserspeicher nicht aufschwimmt, wurde die ausgehobene Baugrube vor dem Einbau zwei Tage lang mit Pumpen trockengelegt. Der Aufbau durch einen Dienstleister sowie die erfolgreiche Dichtheitsprüfung haben dann noch einmal zwei weitere Tage gebraucht. Die überdeckte Fläche über der Anlage wird zukünftig als Kfz-Stellplatz genutzt.

Warum war Ihnen das Projekt persönlich so wichtig?

Francesco Vitale: Eckernförde liegt ja nun direkt vor der Haustür von ACO, deshalb wollten wir es also unbedingt bekommen. Die WTD 71 ist aber zusätzlich auch nur wenige hundert Meter von meinem Haus entfernt, direkt in der Nachbarschaft. Ein guter Freund von uns arbeitet dort als Kampfschwimmer. Ich bin vor knapp zwei Jahren mit meiner Familie aus der Schweiz hierher gezogen und wir haben hier schnell eine neue Heimat gefunden.

Wie ist Ihnen das Ankommen im Norden gelungen?

Francesco Vitale: Es ist natürlich einfacher irgendwo Fuß zu fassen, wenn man Kinder hat. Über den Fußballverein oder den Tennisclub knüpft man schnell neue Kontakte und kommt schnell rein. Meine Frau arbeitet direkt hier in der Stadt als Mathelehrerin an einer Gemeinschaftsschule. Und die angenehme Größe der Stadt hilft da natürlich auch, man trifft schnell die gleichen Gesichter und knüpft Kontakte. Außerdem waren die Norddeutschen überraschend aufgeschlossen. Wir versuchen immer etwas landestypisches zu tun, so kommt man mit dem Ort, mit der Region in Verbindung. Als wir in der Schweiz gelebt haben, haben wir mit dem Skifahren begonnen. Bei der Nähe zum Wasser bietet es sich hier eben an, Segeln zulernen. Ein Boot zu beherrschen ist ja auch eine Herausforderung und ich liebe es Sachen zu tun, vor denen ich im ersten Moment erst mal Respekt habe.

Was schätzen Sie besonders an Eckernförde und der Region?

Francesco Vitale: Ich fahre morgens schon direkt am Wasser entlang zur Arbeit und auch die Rapsfelder sind etwas Besonderes, das hat man in der Schweiz gar nicht. Das ist schon sehr idyllisch. Viele alte Freunde fragen mich auch „Mensch, du bist doch Italiener, du hast in der Schweiz und Italien gelebt, warum ziehst du jetzt an die Ostsee?“. Die können das gar nicht fassen und verstehen nur schwer, dass ich mich hier mit meiner Familie wohl fühle. Aber es ist hier einfach schön! Und ich habe auch das Gefühl, dass Eckernförde eine besonders familienfreundliche Stadt ist.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Eckernförde?

Francesco Vitale: Ich koche selbst gerne und dann gucke ich natürlich gerne, ob andere das auch können. Restaurants auszuprobieren ist schon eine Leidenschaft und es gibt hier einige empfehlenswerte. Wenn man Gäste hat, kann man auch sehr gut mit einem Fischerboot auf die Förde fahren und beim Fischen zuschauen. Das ist für Leute, die nicht von hier kommen, etwas Besonderes. Wir sind gerne unten an der Schiffbrücke und am Hafen. Dort ist auch das Café, in dem wir beschlossen haben, hierher zu ziehen. Wir saßen dort abends, es war voller Menschen und einfach schön. Und Eckernförde erschien uns hier als etwas Besonderes. Da haben wir uns gesagt, wenn wir hier wohnen würden, dann kämen wir bestimmt einmal die Woche gerne her – und die Entscheidung war gefallen.

Wird die WTD 71 dann eines Ihrer ersten Anlaufziele mit dem Segelboot sein?

Francesco Vitale: Ganz sicher werde ich mir unser Projekt sobald wie möglich auch von der Wasserseite aus anschauen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Technik und Funktion im Verborgenen liegt, während darüber der Betrieb reibungslos und ungestört von Statten geht. Bei unseren Produkten ist dies ja meistens der Fall – nicht umsonst sind wir ein „Hidden Champion“.

TOP