Abwasserbehandlung über Straßenabläufe - Göhlerstraße, Oldenburg in Holstein

Nicht nur extreme Wetterereignisse stellen heute besondere Anforderungen an die Planung und Bauausführung von Straßenentwässerungen. Auch die Gesetzgebung und die Vorgaben der Genehmigungsbehörden stellen immer höhere Ansprüche an die Einleitung von Oberflächenwasser in Gewässer. So muss auch als „normal verschmutzt“ eingestuftes Oberflächenwasser vor Einleitung in ein Gewässer in einem Regenklärbecken oder einer vergleichbaren Einrichtung gereinigt werden. Wo dies technisch nicht möglich ist, muss nach alternativen Lösungen gesucht werden. So geschehen in der Stadt Oldenburg in Holstein.

Die Sanierung der Abwasserleitungen in der Göhlerstraße, einer Ortsdurchfahrt im schleswig-holsteinischen Oldenburg, stellte eine große Aufgabe dar. War für den ersten Bauabschnitt beschlossen worden, das Oberflächenwasser aus den Straßenflächen vor Einleitung in ein Gewässer in einem Regenklärbecken zu reinigen, gestaltete sich die Sache im zweiten Bauabschnitt erheblich schwieriger. Wegen der dichten Bebauung war die Errichtung der notwendigen Regenklärbecken unmöglich. Die Verlegung von Regenrückhalte- bzw. klärbecken unter die Straße stellte keine echte Alternative dar.

Die Lösung: der Straßenablauf ACO Combipoint PP, um einen Filtereinsatz zur Rückhaltung von Schadstoffen ergänzt. Entscheidend für die Zulassung des Systems in Oldenburg war neben der Wirksamkeit des Filters die wasserdichte Ausführung des Straßenablaufs. Denn die Abwassersammlung und -ableitung mit Hilfe von wasserdichten Systemen kann infiltrierendes und exfiltrierendes Abwasser vermeiden und damit einen überhöhten Fremdwasseranteil bzw. eine Boden- und Grundwasserverunreinigung ausschließen.

Das Straßenablaufsystem ACO Combipoint PP zeichnet sich durch Flexibilität, Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit, geringes Gewicht und Wasserdichtigkeit aus. Ob Kurzform, Langform, Nassschlamm – die 35 cm hohen Elemente lassen sich zeitsparend und passgenau für jede örtliche Baugegebenheit zusammensetzen und bei Bedarf kürzen. Eine 360°-Drehung der Teile untereinander, eine Abwinklung des obersten Bauteils bis zu 8 % zur Anpassung des Längs- und Quergefälles und eine flexible Höhenausrichtung von +/- 3 cm sind mit den Combipoint-Modulen realisierbar. Die Aufsätze Combipoint PP, geeignet für die Klassen C 250 und D 400, komplettieren das System.

Der Verzicht auf die potenzielle Schwachstelle Mörtelfuge macht das System besonders langlebig und sichert dauerhaft die Funktion des Straßenablaufs. Die Lastentkopplung der Ablaufkörper ist durch das Teleskopprinzip gewährleistet, das zwischen den Ablaufunterteilen wirksam wird. So werden eventuelle auftretende Setzungen im Verfüllbereich aufgefangen. Bei dem modularen Straßenablauf wird die Dichtigkeit des Systems durch die integrierten Lippendichtungen aus EPDM gewährleistet. Im Gegensatz zu vergleichbaren Betonteilen, die durchschnittlich 70–80 kg wiegen, haben die aus hochfestem Kunststoff PP hergestellten Module nur ein Gewicht von ca. 2,6 kg. Das macht den Einbau günstig, denn auf schweres Gerät und übermäßig viele Einsatzkräfte kann verzichtet werden.

Durch den Einbau der rund 90 Straßenabläufe in Verbindung mit dem Filtereinsatz konnten nicht nur alle Anforderungen an die Einleitung des Oberflächenwassers erfüllt werden. Die Kosten reduzierten sich gegenüber der Variante mit Stahlbeton-Regenklärbecken um fast 50 Prozent.

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