Effizientes Entwässerungskonzept für Freiflächen

Eine neue attraktive Innenstadt ist mit dem Projekt „Kleiner Kiel-Kanal“ geschaffen worden. Ein Anziehungspunkt für Kieler und Besucher, der zum Flanieren und Entspannen einlädt. Einst war die Holstenbrücke eine sechsspurige Hauptverkehrsstraße und von Lärm geprägt. Heute fährt dort lediglich der öffentliche Busverkehr entlang, was entscheidend die Abgase in der Innenstadt verringert. Doch nur gemeinsam konnte das Projekt zum Erfolg werden. So hat die Stadt Kiel die Bürger bei der Planung intensiv mit eingebunden. Deren Wünsche und Bedürfnisse nach mehr Sitzmöglichkeiten direkt am Wasser, Wasserspiele und mehr Vegetation, konnten somit umgesetzt werden. Ein weiteres Anliegen war es, das Stadtimage aufzuwerten und den Einzelhandel zu stärken. Ebenso spielte das Stadtklima eine bedeutende Rolle. Zwei Wasserbecken verbinden optisch den Bootshafen mit dem Kleinen Kiel. Bei den Bauminseln am Südbecken fiel die Wahl auf Spitzahorne, die weitestgehend resistent gegen Blattläuse sind. Für das Nordbecken entschied man sich für Sumpfeichen. Beide Baumarten vertragen das Großstadtklima sehr gut. Nicht ohne Grund hat die Stadt Kiel für die nachhaltige Stadtentwicklung den Deutschen Nachhaltigskeitspreis 2021 erhalten. Zudem erhielt das neue Zentrum beim Wettbewerb um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2021 eine Auszeichnung im Bereich "Öffentlicher Raum als Zentrum". So ist der neue „Holstenfleet“ ruhig, umwelt- und klimafreundlich.

Das Erscheinungsbild der Holstenbrücke hat sich nach der Umsetzung der Ideen grundlegend positiv verändert. Wo zuvor eine mehrspurige Straße kaum Raum für Passanten ließ, sind heute großzügige Flächen als Erholungs- und Entspannungsraum entstanden. Darin integriert sind zwei Wasserbecken, die das maritime Flair widerspiegeln. Der neue „Holstenfleet“ ermöglicht es darüber hinaus der Gastronomie, entlang der Promenade Außensitzplätze anzubieten. Die bisherigen Verkehrsflächen für Bahn, Bus, Radfahrer und Fußgänger wurden neu strukturiert, so dass eine große Fläche entstand, die den Individualverkehr mit dem Auto ausschließt. Gekonnt wurde auf konventionelle Straßenbauelemente verzichtet. Stattdessen sorgen zurückhaltende Markierungen, taktile Bodenindikatoren und verschiedenfarbige Pflasterungen für Orientierung und barrierefreie Zugänge zu allen Bereichen. Für die Freiflächen wurden, in Zusammenarbeit mit den ACO Tiefbau Ingenieuren, ein cleveres Entwässerungskonzept erarbeitet. Das Bestreben war, die Gestaltung der Flächen weitestgehend unberührt zu lassen. Für eine optimal dimensionierte Entwässerung wurde dabei der Abflussbeiwert und die Regenspende berücksichtigt.

In den Verkehrs- und Vegetationsflächen rund um den „Holstenfleet“ wurden unter anderem Straßenabläufe ACO Combipoint mit Rosten im ACO Multitop-Design verbaut. Der Einbau ist leicht, da kein schweres Hebegerät für das Setzen der Abläufe benötigt wird. Der Combipoint ist aus Kunststoff (PP) und dreh-, neig- sowie teleskopierbar. Durch den Wegfall von Ausgleichsringen und Mörtelfugen werden Verkehrsbelastungen dauerhaft in die angrenzenden Tragschichten abgeleitet. In Kombination mit den Multitop Guss-Aufsätzen sorgt die PEWEPREN-Einlage im Rahmen für eine dauerhafte Geräuschminderung. Die an der Holstenbrücke verbauten Straßenabläufe sind in Rampensteinen eingepasst. Sie stellen eine sichere und gleichzeitig dezente Entwässerung dar. Darüber hinaus kamen freitragende ACO Baumschutzroste zum Einsatz, die den Boden der neu gepflanzten Sumpfeichen vor einer zu starken Verdichtung schützen und gleichzeitig für eine ausreichende Wasserversorgung der Wurzeln sorgen.

Das Thema Wasser bestimmt in vielerlei Hinsicht das neue Gesicht der Holstenbrücke. Im Umfeld des zirka 60 Meter langen und 27 Meter breiten Südbeckens wurde das Rinnensystems ACO DRAIN® Multiline Seal in mit Schlitzrahmen eingebaut. Diese Art der Entwässerung von Freiflächen integriert sich unauffällig in das Belagskonzept. Dabei sind die Rinnenkörper unter den Belägen aus Holz und Betonplatten verborgen. Lediglich ein schmaler sichtbarer Schlitz sorgt für eine effiziente Aufnahme des Oberflächenwassers.

Eine Attraktion besonderer Art sind drei in das Südbecken integrierte Inseln, die wie flache Kieselsteine in das Wasser ragen. Davon ist eine Insel mit einem Holzdeck versehen und kann als Sitz- und Liegefläche genutzt werden. In den anderen beiden Inseln ist eine Brunnenanlage mit Wasserspielen integriert. Um das Wasserspiel herum sind Edelstahl-Schlitzrinnen der Firma Inotec angeordnet. Sie nehmen das heraussprudelnde Wasser auf und geben es in den Kreislauf zurück. Eine weitere Brunnenanlage befindet sich am Ende des Nordbeckens, direkt am historischen Ahlmann Haus.

Um die Brunnenanlage regelmäßig zu warten, befindet sich in den Schächten gegenüber den Inseln die Technik. Gewählt wurden Sonderabdeckungen mit Einstiegshilfe und befüllbarer/ auspflasterbarer Oberfläche der Firma ACO Passavant Detego. Sie integrieren sich bestens in die Fläche und geben ein ästhetisches Gesamtbild ab.

Entlang der rund 170 Meter langen und 9 Meter breiten Wasserfläche laden Wege, Flächen und Sitzbänke zum Flanieren und Verweilen ein. Parallel zum Becken Nord verlaufend, ist ein zwei Meter breiter Bodenfilter mit Kolbenblütiger Kalmus und Schilf bepflanzt. Ihr Wurzelstock wird besonders groß, so dass sich darin Bakterien bilden können. So erhält dieses natürliche Reinigungssystem unterstützt von mechanischen Filtern und technischen Anlagen dauerhaft die angestrebte Wasserqualität im Kleinen Kiel-Kanal. Zugleich wirkt der Schilffilter als klimaaktive Verdunstungsfläche in der Innenstadt. Parallel zum Nordbecken verlaufen Holzdecks, die als Lauf- und Sitzfläche angeordnet sind. Unterhalb der Holzdecks befinden sind ACO DRAIN® Multiline Seal in Rinnen mit Stegrost-Abdeckungen. Sie entwässern die Fläche zuverlässig und schnell. Die Dichtung am Rinnenstoß sorgt dafür, dass das aufgenommene Wasser vollständig in die Kanalisation abgeleitet wird. So treten keine Schäden am Bauwerk aufgrund von Sickerwasser auf.

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