Oberflächennahe Entwässerung im Baugebiet „Kircher Vorfeld“, Isernhagen

Die selbstständige Gemeinde Isernhagen am Südrand der Lüneburger Heide setzt sich aus sieben Ortschaften zusammen. Zahlreiche Fachwerkhäuser, aber auch moderne Architektur prägen die Wohnvororte von Hannover. In der Ortschaft Kircher Bauerschaft wurden 22 weitere Grundstücke zwischen ca. 500 m² und 800 m² im neuen Wohngebiet „Kircher Vorfeld“ ausgewiesen. Vor den Toren des Gemeindezentrums Altwarmbüchen soll das im Grünen gelegene Baugebiet für eine Einfamilienhausbebauung genutzt werden.

Nicht nur die Lage des Baugebiets am Landschaftsschutzgebiet „Wietzetal“ ist besonders. Auch das Regenwasserbewirtschaftungskonzept ist speziell. Denn aufgrund von inhomogenen Untergrundverhältnissen (Sande, oberflächennaher Geschiebelehm) wird von einer nicht vollständigen Versickerung des Oberflächenwassers auf den Grundstücken ausgegangen. Damit ist die nach dem § 96 NWG (Niedersächsisches Wassergesetz i.d.F. vom 20.12.2011) festgelegte Beseitigungspflicht durch den Grundeigentümer (Versickerung auf den Grundstücken) nicht erfüllbar. Zusätzliche Ableitungsmöglichkeiten oder Rückhaltungen waren also nötig.

Die Einleitung des anfallenden Oberflächenwassers in den bestehenden Kanal in der Straße Kircher Vorfeld ist nicht ohne weiteres möglich. Der Leitungsquerschnitt ist nicht ausreichend dimensioniert und das Rückhaltebecken am Ende des Systems bereits ausgelastet. Folglich entschieden die Planer, dass anfallendes Niederschlagswasser über ein oberflächennahes Kastenrinnensystem bzw. in einer langgestreckten Mulde abzuführen und teilweise versickern zu lassen. Als Rinnensystem wählten sie die ACO DRAIN® PowerDrain, die alle spezifischen Anforderungen erfüllt.

Von besonderer Bedeutung war, dass die oberflächennahe Anschlussmöglichkeit für die Anlieger bereits im Erstausbau hergestellt werden musste und die Entwässerungsrinnen dem Baustellenverkehr standhalten müssen. Zudem sollten die Kastenrinnen als Gestaltungselement für den Straßenraum die Abwinklungen der Straßen nachvollziehen. Aufgrund des hohen Anspruchs an die Gestaltung wurden Schnitte und Verklebungen an den Rinnenelementen bereits von ACO werkseitig ausgeführt. Zusätzlich mussten die seitlichen Zuläufe gut angebunden werden können. Gelöst wurde dies mit einem Zwischenstück aus PP-Rohr, das von den Gossensteinen überpflastert wurde. Die installierten Entwässerungsrinnen im Straßenbereich dienen hier auch als Straßenabläufe, die das Oberflächenwasser sammeln und der Entwässerungsleitung zuführen.

Die installierten ACO DRAIN® PowerDrain sind speziell in hoch frequentierten und stark belasteten Bereichen einsetzbar. Das Rinnensystem gemäß DIN EN 1433/DIN 19580 ist mit einem massiven, 8 mm starken Kantenschutz aus EN-GJS (Gusseisen mit Kugelgraphit) und KTL-Beschichtung (kathodische Tauchlackierung) ausgestattet. Zur schnellen und sicheren Aufnahme des anfallenden Oberflächenwassers ist die Rinne mit einem Stegrost aus Gusseisen versehen. Zusammen mit der ebenfalls in EN-GJS-Qualität gefertigten Abdeckung mit einem Einlaufquerschnitt von 1.106 cm²/m ist das Rinnensystem bei einer Nennweite von 275 mm in der Lage große Flächen schnell zu entwässern. Für den Einsatz der Rinnen und Abdeckungen wurden die Elemente speziell für dieses Bauvorhaben der Linienführung angepasst. Das Rinnensystem ist für alle Belastungsklassen von A 15 bis F 900 einsetzbar. Mit der speziellen Elastomerdämpfung zwischen Rinne und Rost, in Kombination mit dem sicher arretierten und trotzdem flexibel gelagerten Rost (Powerlock) wird eine dauerhaft funktionierende Geräuschdämpfung beim Überfahren der Rinne gewährleistet. So trägt diese Konstruktion nicht nur zum aktiven Lärmschutz bei, auch wird der Rinnenkörper vor Verschleiß geschützt, so dass sich die Wirtschaftlichkeit des Rinnensystems erhöht. Im Bereich der Grundstücksanschlüsse wurden ebenfalls ACO DRAIN® PowerDrain Entwässerungsrinnen, hier jedoch in der Nennweite 175 mm, sowie Einlaufkästen zur Übergabe des Oberflächenwassers eingesetzt.

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