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Neubau einer Flutmuldenbrücke im Emsgebiet

Nicht mehr tragfähig war die Brücke über den Bullerbach und das Überflutungsgebiet der Ems zwischen Meppen und Versen. Nach dem Rückbau entstand eine neue 211 Meter lange Flutmuldenbrücke als siebenfeldrige Konstruktion. Aufgrund örtlicher Gegebenheiten ist so gut wie kein Längsgefälle vorhanden, was eine smarte Entwässerung in den Fokus rückt.

Der Bullerbach, ein stark verzweigtes Flußgeflecht aus dem Ems-Altarm Versen ist Teil des Überflutungsgebietes der Ems. Mehr als 15 Tage im Jahr ist das Flutmulden Gebiet überschwemmt. In den 1960er Jahren entstand dort erstmals eine Brücke, die im Zuge der Versener Straße (K203) die Ortsteile Esterfeld und Versen verband. Die nun in die Jahre gekommene Brücke musste mangels Tragfähigkeit zurückgebaut werden. Mit dem im Januar 2019 begonnen Rückbau fand die Wiedereröffnung im November 2020 statt. Die neue Brücke schafft eine hochwasserfreie Verkehrsverbindung. Sie ist eines von mehreren Brückenbauprojekten der jüngeren Vergangenheit und Zukunft im Emsland.

Der Neubau erfolgte an gleicher Stelle. Die Fahrbahn ist auf sieben Meter vergrößert worden. Parallel zu den zwei Fahrspuren führt auch ein Geh- und Radweg auf der insgesamt 12,80 Meter breiten Brücke. Das neue Bauwerk ist um rund 10 Meter länger, die nun 211 Meter misst.

Das Längsgefälle der Brücke war nur gering. Eine Erhöhung war aufgrund von örtlichen Gegebenheiten nicht möglich. Bei herkömmlicher Bauweise wären zirka 29 Abläufe je Schrammbordseite mit einer sogenannten Pendelrinne im Asphalt erforderlich gewesen. Der Wartungs- und Unterhaltungsaufwand bei dieser Art der Ausführung ist hoch, so dass sich der Fachbereich Straßenbau des Landkreises Emsland für eine Linienentwässerung am Schrammbord entschieden hat. Hierbei wird das Oberflächenwasser direkt am Bord durch Öffnungen in die Hohlbordrinne aufgenommen und der Vorflut zugeführt. Zudem reduziert sich die Anzahl der Abläufe bzw. Wartungsöffnungen auf 14 je Seite. Die Ablaufpositionierung konnte flexibel und mit Abstand zu den Brückenpfeilern gewählt werden. Zusätzliche Verrohrungen unterhalb des Bauwerkes waren nicht notwendig. Der Grund hierfür: das anfallende Wasser auf der Brücke fließt direkt auf die Flutmuldenbereiche darunter.

Die Hohlbordrinne ACO KerbDrain Bridge integriert sich in die Kappe. Im Endzustand bildet diese den Bordstein von 7,5 cm und sorgt für die Ableitung des anfallenden Regenwassers auf der Brücke. Im Bauzustand ergibt sich durch die Vorinstallation die Linienführung von Fahrbahn und Brückenkappe und deren Höhenlage. Zur Herstellung der Brückenkappe fungiert die Hohlbordrinne als verlorene Schalung und die Rückverankerungen helfen bei der Positionierung der Kappenbewehrung. Zum Schutz des Bauwerks befinden sich integrierte Dichtungen am Rinnenstoß. Durch die Nut-Feder-Konstruktion ergibt sich der Vorteil der Verlegung von oben. Aufgrund des zwischenliegenden Dichtungsprofils, wird die Dichtigkeit nach DIN EN 1433 vollumfänglich erfüllt. Zu den technischen Vorteilen fügt sich die Optik der Hohlbordrinne sehr gut ins Brückendesign.

Diese Art der direkten Fahrbahnentwässerung führt das Wasser schnell ab. Dadurch reduziert sich die Gefahr von Aquaplaning oder der Bildung von Eisflächen im Winter. Ebenso ist ein Hochspritzen des Wassers aufgrund des geringen straßenseitigen Wasserlaufs auf den Radweg unterbunden. Weiterhin ist ein Wasserspiegel am Fahrbahnrand und eine ausgebildete Gosse aus Gussasphalt nicht mehr vorhanden. Das Entwässerungssystem liegt außerhalb der Fahrbahn. Landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie der Schwerlastverkehr können diese nicht mehr befahren. Überrollgeräusche wie bei Brückenabläufe entfallen und so ist viel Ruhe an der Aue.

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